Crowdlearning

Crowd-Learning

Crowd-learning – eine neue Herausforderung für Bildungssysteme!

Lernen durch das Befragen von Anderen, der interessierten Masse, der Crowd, ist ein gar nicht so neuer Ansatz. Er wird durch neue Medien, insbesondere durch Soziale Netze nur potenziert.

Die allgemeine, leicht zugängliche Verfügbarkeit von Wissen und Lösungen hat das Herangehen von Lernenden an das Lernen und Lehren verändert.

Weitere Begriffe, welche das Thema berühren, jedoch nicht genau treffen:

  • Informal Learning – Gegenbegriff zum formalen Lernen über Institutionen, oft dem Erfahrungslernen gleichgesetzt
  • Design Process. Crowdlearning
  • Crowdlearning Seite aus Brasilien, Übersetzung
  • Collaborative Learning – Gemeinsames Lernen, für das Internet-Techniken genutzt werden, jedoch meist beschränkt auf kleine Gruppen
  • Web Based Instruction – Die Nutzung von Internet-Techniken für die Fortsetzung in der Regel von formalen Lernprozessen, verlängerte Schulbank
  • Life Long Learning – Der Fakt, dass Menschen auch nach Schule und Universität weiter lernen, oft auf institutionalisierte Weiterbildung bezogen, Johannes Sauer versucht den Begriff Weiterlernen zu platzieren und bezieht die Idee des Managements von Unsicherheit und Ungewissheit in seine Überlegungen mit ein
  • Active Learning – Die Aktivität und Verantwortung der Lernenden für ihren Lernprozess wird akzentuiert
  • Open Learning vgl. re-publica 2012
  • Crowd Accelerated Learning – vor allem auf Online-Videos und deren Wirkung bezogen, bearbeitet den Fakt, dass Menschen informal und international über Videos, das heißt vor allem ohne sprachliche Grenzen, vom Zuschauen lernen. Mehr bei ShapeshifterID’s Blog.
  • Innovating Pedagogy 2013 – Crowd Learning

Dazu Chris Anderson auf TED.

Wie oft in einem solchen Fall von Paradigmenwechsel wird das neue Paradigma von vielen Lehrenden eher unter demRisikoaspekt als unter dem Chancenaspekt wahrgenommen. (Das hat Kathrin Passig auf der re:publica 2012 auch angemerkt und eine schöne Liste der typischen Vorurteile aufgestellt, etwa in der Mitte des Artikels.)

  • Die Wikipedia wird als unwissenschaftlich, wissenschaftlich nicht zitierbar und fehlerbehaftet empfunden oder dargestellt
  • Vereinzelt auftretende Gefahren bei der Nutzung fremder Inhalte werden populistisch hochgespielt und dramatisiert
  • Die Verwendung fremder Inhalte wird durch Eigentumsrechte eingeschränkt. Diese Eigentumsrechte werden oft als Verteidigung des Urheberrechts dargestellt. In den meisten Fällen liegt aber gar kein Angriff auf das Urheberrecht in Form von z.B. Plagiaten vor, sondern schlicht eine Nutzung von Inhalten ohne Erlaubnis. Da damit Möglichkeiten des Geldverdienens eingeschränkt werden, wird besonders hart, zum Beispiel durch Abmahnungen zugeschlagen, oft ohne vorherige Warnungen
  • Die Nutzung von mobilen Endgeräten wird im Unterricht, vor allem in Schulen eingeschränkt oder gar verboten, um das Wissensmonopol der Lehrkräfte zu sichern.

Chancen durch Crowd-Learning

Wird die Erleichterung des Zugangs zu Wissen durch vernetzte Informationssysteme wie das Internet als Chance verstanden, ergeben sich neue oder veränderte Tätigkeitsfelder für die pädagogische Arbeit:

  • Pädagogik wird sich weniger auf den Inhalte und mehr auf die Methoden des Lernens konzentrieren können
  • Pädagogik wird Inhalte strukturieren statt vermitteln
  • Bildung wird teilnehmerzentrierter sein
  • Die Rolle als Lernbegleitung wird den Lehrkräften leichter fallen.

Werden diese Chancen nicht wahrgenommen, werden mit den bisher okkupierten Hauptfunktionen von Lehrenden als Vermittler von Wissen, als Wächter und Hüter von Wissensschätzen, als Schatzbildner, auch die Jobs für Lehrende verschwinden, genau so, wie Lexika auf Grund der Entwicklung von Wikipedia aus den Regalen verschwinden sind.

These: Auf Wissensmonopolen basierendes Lehren ist nicht mehr zeitgemäss!

Seminarangebot zu Crowd-Learning:

Crowd-Learning – Wie umgehen mit der universellen Verfügbarkeit von Wissen und Unsinn für alle?

Ziel:

Im Seminar werden typische Wissensquellen von Wikipedia über YouTube bis Blogs vorgestellt und in ihren Gefahren- wie Nutzensaspekten für das moderne Lernen erarbeitet. die TN erarbeiten sich Strategien, die neuen Wissensquellen in ihren Unterricht und ihre Ausbildung gewinnbringend einzubauen.

Inhalte

  • Wissen ist mit einem Fingerklick verfügbar: Traum erfüllt oder Horror ausgelöst?
  • Wie unterscheide ich Unsinn von nützlichen Hinweisen?
  • Fallen im Internet, Abofallen, Betrüger, Gauner Abzocker
  • Verifizierung und Falsifizierung
  • Typische Wissensportale, Wikipedia, Duden, YouTube, Blogs
  • Arbeiten mit Kommentaren
  • Urheber- und Nutzungsrechte bei der Weiterverwertung von Wissen
  • Teilnehmerzentrierung durch collaboratives Arbeiten mit Internet-Werkzeugen
  • Die Veränderung der Rolle der Lehrenden, moderne Schulmodelle
  • transmedia Storytelling als Lernform entwickeln.

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