Küchenphilosophen, Gespräche und Rezepte in berliner Küchen

Ein schönes Geschenk: Philosophisch anspruchsvolle Betrachtungen und vegetarische Rezepte

Ich habe in Leipzig Philosophie studiert und ziemlich schnell kapiert, dass hier im Namen der Philosophie die Rechtfertigung eines politischen Systems betrieben wurde. Aber erst im 3. Studienjahr, während des Lesens von Hegels »Logik«, habe ich verstanden, dass die Philosophie etwas ganz anderes ist, sich für Rechtfertigung nicht wirklich verwenden lässt.

Philosophie entpuppte sich für mich als der Versuch der größten Humorist_innen der Weltgeschichte, ihr Wissen über die Erzählbarkeit der Welt so zu verbergen, dass Faszination und Abstoßung sich die Waage halten.

Philosophie schlägt so immer wieder von der Verteidigung in den Angriff auf die theoretische Basis einer politischen Ordnung um. Auch das nennt Hegel die »Ironie der Weltgeschichte«, besonders wenn diese Theorie, meist für einen kurzen Zeitpunkt, die Massen ergreift und sie zum Handeln zwingt.

Nachdem ich also in Leipzig, Wismar und Berlin beobachtet habe, wie eine Gruppe von politischen Auffassungen mit philosophischen Techniken begründet und gerechtfertigt wird, ergab sich nach 1989 die Möglichkeit, unter anderem in Potsdam zu beobachten, wie eine andere Gruppe von politischen Auffassungen mittels philosophischer Techniken gerechtfertigt und erklärt werden.

Da ich in Berlin wohne, finden philosophische Diskussionen von Wert in der Regel in der Küche statt, während des Kochens und des Essens. Einige davon habe ich aufgeschrieben und unter dem Namen »Küchenphilosophen« gedruckt:

In einer Küche in Berlin treffen sich regelmäßig Diotima, eine Philosophin, Aspasia, eine Künstlerin, Paul, ein Philosophielehrer und Hans, ein Kommunikationstrainer, manchmal zu zweit, manchmal zu dritt oder zu viert, manchmal mit Gästen in der Küche ihrer Wohngemeinschaft.

Sie kochen, essen und reden über Lebensfragen und mitunter über Philosophie. Ihre gemeinsame Auffassung ist: »In der Küche ist Philosophieren einfach schöner.«

Die Philosophie der Küche prägt sich in der Art und Weise aus, wie wir unser Essen und Trinken zubereiten, welche Zutaten und welche Verfahren der Zubereitung wir wählen. Die Philosophie der Küche zeigt sich in der Art, wie das Essen serviert und wie mit Küchenabfällen umgegangen wird. Es gibt Parteien wie Vegetarier, Vegane, Makrobioten, Fleischesser, Rohkostler oder Trennköstler. Diese bekämpfen  sich mitunter bis aufs Blut, sind einander spinnefeind oder haben gelernt, sich zu tolerieren, das heißt, sich gegenseitig zu ertragen.

Als Philosophie in der Küche bezeichnet das Wort ›Küchenphilosophie‹ etwas, was sich von Stammtischphilosophie wesentlich unterscheidet. Wesentlich, weil der Ort der Küche ein Ort der Produktion ist, der Stammtisch ein Ort der Konsumtion. Die Topologie der Philosophie wirkt so entscheidend auf die Art und Weise des Philosophierens.

»Küchenphilosophen« handelt vom Gespräch in der Küche. Diese Gespräche sind manchmal nur gemeinsames Zwitschern, vertrautes Geräusch, manchmal der Austausch von Erfahrungen, Weisheit. In der Küche finden oft Gespräche mit grösserer philosophischer Bedeutung statt als in Akademien. Akademische Philosophie verwandelte sich immer mehr in Scholastik und Rechtfertigung der jeweils bestehenden Herrschaftssysteme, wohl auch weil zu Symposien heutzutage kaum einmal mehr Kekse gereicht  werden.

Dieses Buch eignet sich sehr gut als Geschenk, weil es neben anspruchsvollen philosophischen Gesprächen auch vegetarische Rezepte bietet, welche sich einfach nachkochen lassen.

Guten Appetit!

Illustriert hat das Buch Adrian Wylezol.

Zu erwerben:

als Hardcover für 16€ in ausgewählten Buchhandlungen

als Softcover für 12,99€ bei Epubli und Amazon
als E-Book für Kindle, IPad und IPhone

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Und wenn das nicht klappt, dann sendet eine Nachricht an mich.

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